15. Sept. 2015: Dorfrundgang

Historischer Dorfrundgang fand großes Echo

Wenn der Heimat- und Geschichtsverein Steindorf e.V. zum Dorfrundgang mit Karlheinz Kräuter einlädt, dann kommen die Steindorfer! Über siebzig Teilnehmer fanden sich zum Stelldichein am Kirchplatz ein. Intention des diesjährigen Rundganges war, das Dorf außerhalb des Ortskernes (neu) zu entdecken.

Vom Kirchplatz ging es in die Erbsengasse, wo heute noch alte Gehöfte stehen. Erinnert wurde u.a. an die Schmiede von August Köhler, die bis Anfang der 60er Jahre in Betrieb war. Viele Steindorfer hatten vor Augen, wie schwierig es war, wenn die Dreschmaschine in die Erbsengasse kam. Es bedurfte viel „Gerück“ und Geschick sie in die engen Höfe zu manövrieren.

Weiter ging es in Richtung Bergecke. Hier erinnerte Karlheinz Kräuter daran, dass erst durch den Lahndurchstich in der 30er Jahren, die Hochwassergefahr für das Dorf gebannt wurde. Eine Episode aus der „guten alten Zeit“ ist die Geschichte der Reifenpanne des Wagens von Kaiser Wilhelm dem II am 15. April 1910. Von Bad Homburg aus war er an diesem Tag nach Gießen unterwegs. Auf der Chaussee zwischen Steindorf und Wetzlar riss der Luftschlauch des rechten Hinterrades seines Wagens. Während der 15 minütigen Reparatur hatten die Steindorfer (vor allem die Jugend) ausgiebig Gelegenheit den Monarchen von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

Weiter ging es mit dem Dorfrundgang zum Denkmal auf den „Liesekippel“ Hier stärkte sich die Gruppe am rustikalen Buffet mit „Hiewekuche un Feddebruut“ (Hefekuchen und Schmalzbrote). Während der Rast wurde an die Entstehung des Kriegerdenkmales in den 30er Jahren und dessen späterer Restaurierung erinnert. Das Denkmal war in der Nachkriegszeit auch Treffpunkt der Jugend. Bruno Mergell demonstrierte zusammen mit Karlheinz Kräuter wie man früher zwischen den Lindenbäumen Kopfball trainierte.

An den Birken entlang des Kreuzbaches ging es vorbei zum Steinbruch. Einige der Teilnehmer erinnerten sich gern, dass der Bach Spielplatz der Kinder war; mancher „Kombe“ wurde hier gestaut.

Endstation des über zweistündigen Rundganges war der Platz der Alten Eiche, die leider die Zeit nicht überdauert hat. Karlheinz Kräuter stellte zum Abschluss in Aussicht, in nächsten Jahren einen Rundgang mit neuer Route durchzuführen, was von den Steindorfern gerne angenommen wurde.